Wien/Innsbruck (pte/18.02.2010/12:45) - Seit rund einem Monat bietet das Unternehmen Immobilienwelt 24 http://www.immobilienwelt24.at Maklerdienstleistungen zu Fixpreisen an. Für rund 1.000 Euro offeriert Geschäftsführer Patrik Steffens verkaufswilligen Immobilienbesitzern ein Dienstleistungspaket für den Objektverkauf. In der österreichischen Maklerbranche sorgt das Auftreten des Fixpreis-Maklers für ordentlich Wirbel. Bereits kurz nachdem die Webseite online ging, flatterte eine Unterlassungserklärung vonseiten des Schutzverbandes gegen unlauteren Wettbewerb http://www.schutzverband.at ins Haus.
Seit rund einem Monat bietet das Unternehmen Immobilienwelt 24 http://www.immobilienwelt24.at Maklerdienstleistungen zu Fixpreisen an. Für rund 1.000 Euro offeriert Geschäftsführer Patrik Steffens verkaufswilligen Immobilienbesitzern ein Dienstleistungspaket für den Objektverkauf. In der österreichischen Maklerbranche sorgt das Auftreten des Fixpreis-Maklers für ordentlich Wirbel. Bereits kurz nachdem die Webseite online ging, flatterte eine Unterlassungserklärung vonseiten des Schutzverbandes gegen unlauteren Wettbewerb http://www.schutzverband.at ins Haus.
Branche reagiert sofort
Unter den Kritikpunkten war unter anderem, dass die Eintragung des Gewerbes noch nicht abgeschlossen war und irreführend für die Dienstleistung geworben wurde. "Die Kritik war teilweise berechtigt", räumt Steffens gegenüber pressetext ein. Allerdings war die Eintragung nur eine Frage von wenigen Tagen. Darüber hinaus habe man auf der Homepage bemängelte Passagen entfernt.
Die Unterlassungserklärung wurde fristgerecht unterschrieben und am 4. Februar übermittelt, so Steffens. Dennoch wurde seitens des Schutzverbandes fünf Tage später Klage am zuständigen Landesgericht in Innsbruck eingebracht. Begründet wird dies damit, dass Steffens die Unterlassungserklärung zwar unterzeichnet habe, sie jedoch nicht befolge.
"Herr Steffens verkauft ein Geschäftsmodell mit mehrfach irreführenden und auch herabsetzenden Aussagen. Vor allem werden Kunden darüber getäuscht, dass sie alle Leistungen der Immobilienmakler erhalten, was einfach nicht stimmt", erläutert Schutzverband-Geschäftsführer Hannes Seidelberger im Gespräch mit pressetext. Das Leistungspaket von Immobilienwelt 24 habe beispielsweise keine Besichtigungen inkludiert. Diese müssen vom Verkäufer selbst durchgeführt oder extra dafür bezahlt werden. Zudem sei im Gegensatz zu anderen Maklern kein Verkaufserfolg garantiert, die Fixkosten werden dennoch verrechnet.
Werbeslogan beanstandet
"Makler ist kein geschützter Name", kontert Steffens. Daher gäbe es auch keine Leistungen, die zwingend angeboten werden müssen. Letztendlich unterscheide sich die gerichtliche Klage von der unterzeichneten Unterlassungserklärung lediglich in kleinen Punkten. "Es heißt, dass wir nicht mit dem Slogan 'provisionsfrei zum Festpreis' werben dürfen. Das ist mir dann zu weit gegangen", erklärt Steffens, der sich auf entsprechende Urteile in Deutschland stützt und nun hofft, dass das die Gerichte in Österreich ebenso sehen.
Vonseiten des Schutzverbandes wird bekräftigt, dass man keinesfalls gegen ein günstiges Maklerangebot vorgehen, sondern lediglich auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften achten will. "Der Schutzverband klagt nie für irgendwelche Lobbys, sondern von ihm selbst geprüfte Wettbewerbsverstöße, welche Unternehmer bei ihm einbringen. Das ist hier ebenso der Fall wie bei allen anderen Verfahren", verteidigt sich Seidlberger gegen die Kritik, der Schutzverband würde Lobbydienste für die Maklergrößen betreiben.
Günstigere Maklergebühren
In Österreich wird schon seit längerem über die von manchen als überhöht eingestuften Maklerprovisionen diskutiert. Das Regierungsvorhaben vor drei Jahren, die Gebühren bei Maklern zu senken, wurde nicht umgesetzt. Die Kostensenkung sollte in Zusammenarbeit mit der betroffenen Berufsgruppe erfolgen. Das Engagement seitens der Makler hielt sich hierbei in Grenzen.
Dass er mit seinem Angebot den österreichischen Markt umkrempelt, glaubt Steffens indes nicht: "Wir zielen auf jene Kunden ab, die bislang keinen Makler in Anspruch genommen haben oder mit ihrem unzufrieden waren und werden unsere eigene Nische finden." Auf einen Kampf mit den Branchengrößen habe er es nicht angelegt. Dennoch könnte Bewegung in die Gebührenstruktur kommen, wie Steffens anhand des Beispiels Niederlande berichtet. "Innerhalb von zwei Jahren, die wir in den Niederlanden tätig sind, sind die Provisionen dort um die Hälfte gesunken."
(Ende)