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Shopping Center: Konsumtempel erobern Osteuropa

Lowres Image zur Meldung 100310033Wien (pte/10.03.2010/13:50) - Selbst die anhaltende Wirtschaftsflaute konnte den Vormarsch der Einkaufszentren in Europa bisher nicht stoppen. Gerade im taumelnden osteuropäischen Raum breiten sich Shopping Center rasant und großflächig aus. Angesichts des Abschwungs wurden zwar viele Projekte verschoben, aber nicht komplett aufgegeben, wie der Standortberater RegioPlan Consulting http://www.regioplan.eu aufzeigt. Im Vorjahr wurden in Osteuropa knapp 160 Konsumtempel eröffnet. Mit beinahe 1.000 angekündigten Projekten ist die Pipeline nun so prall gefüllt wie nie zuvor. In der DACH-Region wachsen die Märkte weniger dynamisch, dafür in puncto Handelsinvestitionen stabiler.

Stärkster Wachstumsmarkt Russland

"Einkaufszentren sind in Osteuropa in den vergangenen Jahren meist kapitalgetrieben gewachsen und weniger aus Gründen der Nachfrage oder des Konsumbedürfnisses. Gewachsene Handelsstrukturen sind daher nicht so stark wie im deutschen Sprachraum und in Westeuropa", erklärt RegioPlan-Geschäftsführer Wolfgang Richter im Gespräch mit pressetext. In einigen osteuropäischen Regionen sei mehr gebaut worden als benötigt. Mittlerweile sei der Druck gestiegen, weshalb viele Projekte verschoben wurden ohne sie zu stoppen. 2010 seien weitere, aber gedämpfte Zuwächse zu erwarten.

Der Shopping-Center-Bestand ist in Osteuropa schon 2009 auf eine Fläche von rund 40 Mio. Quadratmeter gestiegen. Den mit Abstand stärksten Wachstumsmarkt bildet hier Russland, wo 250 Projekte und beinahe eine Verdoppelung der verfügbaren Shopping-Center-Fläche anstehen. Aber auch in Polen wurden im Vorjahr mehr Projekte fertiggestellt als 2008. Das vergleichsweise kaufschwache Estland weist mit über 400 Quadratmeter pro 1.000 Einwohner eine höhere Dichte an Einkaufszentren auf als die DACH-Länder. Die Kaufkraft wächst in Osteuropa derzeit aber nur langsam. Neue Flächen heizen den Verdrängungswettbewerb an.

Expansionstempo gedrosselt

"Die Krise hatte in Westeuropa nur geringe Auswirkungen auf die Verbraucherausgaben. In Osteuropa waren die Folgen je nach Regionen unterschiedlich", so Richter gegenüber pressetext. Das Expansionstempo osteuropäischer Einkaufszentren wurde RegioPlan zufolge gebremst. Aktuell existierten Finanzierungsschwierigkeiten. Nicht alle Projekte werden Finanzierungen finden, "die Zeit des Glücksrittertums ist vorbei", meint RegioPlan-Geschäftsführerin Hanna Bomba-Wilhelmi. Bei einigen Projekten sei mit Leerständen und niedrigen Frequenzen zu rechnen. Schlussendlich entscheide der Konsument über Erfolg und Misserfolg der Konsumtempel.

Die DACH-Region zeigt sich auch in der Krise als relativ stabiler Markt für Einkaufszentren. Bei 300 Quadratmetern pro 1.000 Einwohner weisen Österreich und die Schweiz gegenüber Deutschland die dreifache Dichte auf. Die Bundesrepublik liegt damit sogar hinter Slowenien, Tschechien oder Kroatien. Dies sei auf gewachsene Handelsstrukturen wie Geschäftsstraßen zurückzuführen. Das Wachstum sei weniger rasant als vormals in Osteuropa. Daher hätten die Märkte ausreichend Zeit, um das Angebot aufzunehmen. In Deutschland und Österreich seien derzeit je 50 Projekte und Erweiterungen geplant. Für die Schweiz seien etwa 15 Shopping-Center-Projekte angekündigt.

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