Wien (pte/31.08.2010/12:30) - Die Raiffeisen International (RI) http://ri.co.at hat ihren Gewinn im aktuellen ersten Halbjahr 2010 deutlich gesteigert. Seit dem Vergleichszeitraum 2009 konnte RI den Periodenüberschuss von 78 auf 171 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Der Gewinnsprung ist zu einem großen Teil in der Reduktion der Kreditrisikovorsorgen begründet. Diese sanken gegenüber dem Vorjahr um 42 Prozent von 969 auf 560 Mio. "Raiffeisen International nimmt mit diesem Ergebnis ebenso wie die RZB ganz klar an Fahrt auf", so RI-Vorstandsvorsitzender Herbert Stepic.
Bankensteuer keine Lösung
Der RI-Konzern bleibt trotz des guten Ergebnisses leicht hinter den Erwartungen von Analysten zurück. Stepic schreibt dies auch dem Vorpreschen Ungarns mit einer Banken-Sondersteuer zu. Diese habe die RI rund 18 Mio. Euro gekostet und sei eine "fehlgeleitete, populistische Maßnahme", so Stepic. "Eine Bankensteuer zu benutzen, um kurzfristige Budgetlöcher zu stopfen, kann nicht die richtige Lösung sein", bemerkt Stepic in Richtung jener EU-Länder, die ähnliche Maßnahmen planen. "Ich hoffe, die ungarische Bankensteuer findet kaum Nachahmer."
Bei der Konzernmutter Raiffeisen Zentralbank (RZB) http://rzb.at zeigt sich ein ähnliches Bild. Die RZB hat ihren Periodenüberschuss von 168 Mio. Euro im Jahr 2009 auf 402 Mio. Euro in diesem Jahr erhöht. Beim Mutterkonzern ist der gesteigerte Gewinn ebenfalls auf die Reduktion der Kreditrisikovorsorgen zurückzuführen. Sie sanken von 1,267 Mrd. auf 608 Mio. Euro. Damit sind beide Unternehmen vor der noch für dieses Jahr geplanten Zusammenlegung zur Raiffeisen Bank International (RBI) stark am Markt positioniert.
Fusion zur RBI steht vor Abschluss
"Mit der RZB und der RI führen wir zwei kerngesunde Unternehmen zu einem noch schlagkräftigeren Unternehmen zusammen", kommentiert Stepic die Geschäftsentwicklung. Er ist designierter Vorstandsvorsitzender der neu entstehenden Bank. Die Vorbereitungen zur Fusion seien bereits weit vorangeschritten und werden im vierten Quartal abgeschlossen. Die Führungsverantwortungen wurden bereits übertragen, überlappende Strukturen konnten bereits erheblich reduziert werden, berichtet der RI-Vorstandsvorsitzende.
Kaum Auswirkungen auf Mitarbeiter
"Die Fusion wird sich kaum auf den derzeitigen Mitarbeiterstand auswirken. Die Veränderung wird geringer als die normale jährliche Fluktuation ausfallen", so RZB-CRO Johann Strobl gegenüber pressetext. "Mit der Eintragung ins Firmenbuch rechnen wir noch dieses Jahr", so Stepic.
Die Pro-Forma-Ergebnisse der neu entstehenden RBI wurden bereits ermittelt. Das Unternehmen wird in 17 Ländern operieren, beschäftigt rund 59.000 Mitarbeiter in 2.971 Geschäftsstellen und wartet nach derzeitigem Stand mit einem Periodenüberschuss von 472 Mio. Euro auf. Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen würden 608 Mio. Euro betragen.
Der Return On Equity beträgt 12,2 Prozent, liegt also vor RI mit 8,6 Prozent und RZB mit 10,4 Prozent. Besonders hervorzuheben ist laut Strobl auch der solide Liquiditätspuffer der neu entstehenden Bank. "Dieser beträgt 15,7 Mrd. Euro und sorgt dafür, dass Raiffeisen ein stabiler Funding-Partner bleibt."
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Fotohinweis: Herbert Stepic, RI-Vorstandschef: "Ungarns Sondersteuer kostete 18 Mrd. Euro" (Foto: RI)