Venezuela: Öldeal mit China lockt Investoren an
Caracas/Peking/Wien (pte/17.09.2009/11:10) - Lange Zeit vehement gegen ausländische Investitionen hat die venezolanische Regierung nun zugestimmt, dass chinesische und russische Großinvestoren Erdölgebiete erschließen dürfen. Wie Präsident Hugo Chávez in der Nacht auf heute, Donnerstag, verlautbaren ließ, habe man ein insgesamt 16 Mrd. Dollar schweres Ölgeschäft mit dem Ölfördergiganten China National Petroleum http://www.cnpc.com.cn geschlossen. Die Summe investieren die Chinesen ersten Informationen nach in die Erschließung des Ölfördergebiets Orinoco. Das nach wie vor zum Großteil verstaatlichte Ölgeschäft bringt dem Land auch von russischer Seite viel Kapital ein.
"Dass Chávez nun gerade mit den Chinesen einen großen Deal vereinbart hat, ist kein Zufall. Dahinter stehen vielmehr auch weitreichende strategische Interessen, die sich vor allem auch auf Exporte in die aufstrebende Volkswirtschaft Asiens bezieht", sagt David Wech, Head of Energy Studies bei JBC Energy http://www.jbcenergy.com , gegenüber pressetext. Laut dem Branchenkenner zeigt das Einlenken der venezolanische Regierung aber auch, dass man sich der immensen Bedeutung Lateinamerikas als boomende Ölförderregion bewusst ist. Weitere 20 Mrd. Dollar kommen von einem Konsortium von fünf zumeist russischen Unternehmen.
Chávez' Pläne sehen bislang vor, dass ausländische Investoren eng mit der venezolanischen Gesellschaft Petroleos de Venezuela http://www.pdvsa.com kooperieren. "Die Vergabe von Förderlizenzen an die Chinesen und Russen dürfte den USA keine Freude bereiten", schätzt Wech. Zusammen mit dem erst kürzlich mit Russland beschlossenem Projekt erhöht sich die Ölförderung um 900.000 Barrel pro Tag. Die Zugeständnisse der venezolanischen Regierung, sich bei der Erschließung der Ölfelder offener zu zeigen, sind vorrangig renditeorientiert. Erst vor zwei Jahren hatte Chávez vier Ölprojekte in der boomenden Orinoco-Region verstaatlicht.
"Lateinamerika ist trotz politischer Querelen für ausländische Investoren nach wie vor extrem interessant. Neben dem florierenden Markt Brasilien sind auch Kolumbien, Ecuador und Bolivien aussichtsreiche Ressourcenmärkte", meint Wech auf Nachfrage von pressetext. Nach der zum Großteil verstaatlichten Ölindustrie in Venezuela hatten sich die privaten Ölkonzerne mit Investitionen stark zurückgehalten. Insider gehen vor dem Hintergrund der geschlossenen Verträge mit russischen und chinesischen Konzernen davon aus, dass bald weitere Kontrakte geschlossen werden und Venezuela den aktuell elften Platz unter den Ölförderern verbessert. (Ende)