Darmstadt (pte/08.03.2010/10:57) - Der Chemie- und Pharmariese Merck hat seinen Wachstumshunger noch nicht gestillt. Erst Ende Februar stemmte der rund 33.000 Mitarbeiter zählende Konzern überraschend die Übernahme des US-amerikanischen Biotechunternehmens Millipore für rund 5,3 Mrd. Euro. Dabei fiel der operative Gewinn im Vorjahr unerwartet schwach aus. Dennoch soll es in dem Ton weitergehen. Merck-Chef Karl-Ludwig Kley zufolge erwägen die Darmstädter weitere Akquisitionen. In der Pharmabranche erwarten Analysten in diesem Jahr generell eine starke Konsolidierungsbewegung.
Gut gefüllte Kriegskasse
"Die Kriegskasse bei Merck dürfte noch gut gefüllt sein", meint Ulrich Huwald, Analyst bei der Privatbank M.M.Warburg & CO http://www.mmwarburg.com , im Gespräch mit pressetext. Der Konzern verfüge nach wie vor über ein gutes Investment-Rating, obwohl es nach der Millipore-Übernahme herabgestuft worden sei. Davor sei Merck aber "im Grunde schuldenfrei" gewesen. "Merck hat noch genug Munition für weitere Akquisitionen", sagt Huwald. Übernahmen seien besonders in der Pharmasparte zu begrüßen.
2010 steht die Branche nach Ansicht des Experten vor einer Fortsetzung der Konsolidierung. "Wir werden sicherlich weitere Akquisitionen sehen", so Huwald. Gerade länderübergreifend seien Konzerne auf der Suche nach Übernahmezielen, um sich global aufzustellen. Pharmafirmen machen auslaufende Patente und die Konkurrenz von Generikaherstellern zu schaffen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/091209034/). "Die Patentverluste hinterlassen in jedem Fall große Schäden", betont Huwald gegenüber pressetext. Früher sei der Druck durch die Konkurrenz nicht so stark gewesen.
Keine Verschnaufpause
Die Übernahme von Millipore stärkt Merck im Biotech-Bereich. Eine Verschnaufpause gedenkt der Konzern nach der Milliardenübernahme aber nicht einzulegen, wenngleich noch keine konkreten Ziele benannt wurden. "Akquisitionen gehören zu unserer Strategie. Und das soll so weiter gehen", wird Merck-Chef Kley von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zitiert. Weitere Übernahmen seien ohnehin nicht von heute auf morgen zu erwarten, meint Huwald. Merck werde sich nicht übernehmen, aber die Augen offen halten.
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