Detroit/Pfäffikon (pte/11.03.2010/13:45) - Die traditionsreiche US-Automarke Cadillac http://cadillac.com schämt sich für ihre angeschlagene Mutter General Motors. Um das Image als Edelmarke trotz der wirtschaftlichen Probleme aufrecht zu erhalten, will sich das Unternehmen radikal vom Stigma des Verliererkonzerns entledigen. So streicht Cadillac den Namen General Motors aus sämtlichen Marketingaktivitäten. Da "GM" von vielen Amerikanern wegen der Staatskredite bereits als "Government Motors" bezeichnet wird, entfernt man das GM-Logo nun überall dort, wo man es bisher gefunden hat.
"Eingeständnis eigener Unfähigkeit"
"Wenn Cadillac seine Konzernmutter GM in der Öffentlichkeit unsichtbar machen will, dann ist das ein Eingeständnis in die eigene Unfähigkeit und damit eine Abmeldung von der Welt", so Thomas Otte, Inhaber des gleichnamigen Schweizer Beratungsunternehmens http://brand-consulting.com , auf Nachfrage von pressetext. Dem Markenexperten nach kommt die bereits eingeleitete Neuausrichtung des Marketings einer "Selbstverstümmelung" gleich. Zudem sei der Weg ein mehr als offensichtliches Zeichen für die Bereitschaft zum Treuebruch zu GM.
Einem Handelsblatt-Bericht nach wird das Logo der ungeliebten Buchstabenfolge "GM" jetzt von allen Marketingpublikationen entfernt. Das betrifft sowohl den Internet-Auftritt als auch die Firmenschilder der Cadillac-Händler. Außerdem macht die Aktion selbst vor den E-Mail-Endungen der Cadillac-Adressen nicht halt. Geplant ist, dass diese von "@gm.com" zu "@cadillac.com" umgestellt werden. Das GM-Marketing-Management um Susan Doherty ist sich jedoch sicher, dass die "Verbraucher den Konzern und die Marken geistig trennen können".
Millionen an Steuergeldern für Relaunch
"Ein bereits in die Insolvenz geschlittertes Unternehmen wie GM, das nur durch Staatsgelder am Leben erhalten wird, sollte vielmehr Stärke demonstrieren, als öffentlich zu zeigen, dass man Millionen für unnötige Aktionen wie diese verpulvert. Das schafft kein Kundenvertrauen", kritisiert Otte auf Nachfrage von pressetext. Mit dem Marken-Relaunch ändert der Konzern seine bisherige Strategie radikal. Erst vor fünf Jahren hatte man an allen Cadillacs den GM-Zusatz im Logo eingeführt. Damals sollten "greifbare Werte" symbolisiert werden.
Otte zufolge kann mit dieser Aktion der Schuss schnell nach hinten losgehen. Denn zuletzt hatte Cadillac ein verbessertes Qualitätsniveau erzielt und mit beispielhaften Produkten die Wende für GM geschafft. "Mit dem Weglassen des GM-Zusatzes verspielt man diese Erfolge schnell. Der Kunde hat nun den Eindruck, dass der Konzern etwas verschleiern will", erklärt Otte. Ob das erklärte Ziel des amtierenden GM-Chefs Edward Whitacre, 2010 allein in den USA 140.000 Cadillacs zu verkaufen, tatsächlich umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten.
(Ende)