Warschau/Breslau (pte/11.12.2009/06:05) - In Vorbereitung auf die Fußball-Europameisterschaften 2012 wird in Polen emsig an neuen Stadien gebaut. Bei der Konzeption der Bauten steht jedoch nicht so sehr der Großevent selbst, sondern die Nutzungsmöglichkeiten in der Zeit danach im Mittelpunkt. Zwar sind die polnischen Stadien im Vergleich zu Arenen wie dem Londoner Wembley-Stadion, das 90.000 Besucher fast, mit 55.000 (Warschau) und 40.000 (Breslau) Plätzen bescheidener ausgelegt. Dafür wird aber außerordentlich viel Wert auf den multifunktionalen Einsatz gelegt.
"Wir bauen ein Multifunktionsstadion, wo es unter anderem einen Fitnessclub, Disco, Restaurant und Büroflächen geben wird", erklärt Dominik Kowalski, Deputy Technical Director Wroclaw der Projektgesellschaft 2012 Sp. z o.o. http://www.2012.wroc.pl , im Rahmen der Stadionbesichtigung in Breslau gegenüber pressetext. Die Investitionskosten belaufen sich auf 213 Mio. Euro. Angesichts dessen, dass polnische Fußball-Matches bisher nur von einem begrenzten Publikum hartgesottener Fans in den Stadien mitverfolgt werden, liegt die dauerhafte Mehrfachnutzung auf der Hand.
Mehr Sicherheit - mehr Besucher
Die geringen Besucherzahlen seien das Resultat mangelnder Sicherheit, so die Projektverantwortlichen des Breslauer Stadions. Mit den modernen Sicherheitsvorkehrungen in den neuen Stadion sollen auch die Besucherzahlen wachsen. So oder so ist man jedoch darum bemüht, die Fußball-Arenen sieben Tage die Woche "belebt zu halten". "Aufgrund der guten Verkehrsanbindung, die das Stadion bekommen wird, sowie einem generellen Büromangel in der Stadt glauben wir, dass die Büroflächen guten Anklang finden werden", so Kowalski.
Warschau will Fans erziehen
In rund einem Jahr soll das Breslauer Stadion fertig gebaut sein, im Frühjahr 2011 eröffnet werden. Ähnliche Ziele hat man sich auch in Warschau gesteckt, wo ebenfalls ein multifunktionales Stadion plus Zusatzgebäuden errichtet wird http://www.stadionnarodowy.org.pl . Neben Büroflächen und Veranstaltungsräumlichkeiten soll es im Warschauer Stadion auch die Einrichtung eines Fanclubs geben, wo mehr oder minder gewaltbereite Fans "in angenehmer Umgebung" zu freundlich gesinnten Zuschauern "umerzogen" werden.
"Wir liegen mit den Bauarbeiten im Zeitplan, wenngleich dieser sehr eng ist", heißt es bei der Stadionspräsentation in Warschau. Die Kosten für das Warschauer Stadion belaufen sich auf 495 Mio. Euro und werden überwiegend aus staatlichen Mitteln gespeist. Das gesamte Areal, auf dem das Stadion errichtet wird, umfasst eine Fläche von 204.000 Quadratmeter. Dass das Stadion "nur" 55.000 Besucher fasst, sehen die Projektleiter als Vorteil, da "das Stadion erstens als Musterbeispiel nach UEFA-Standards gilt und die Größe für Warschau vollkommen ausreichend ist".
Ukraine im Hintertreffen
Anders als in Polen liegt man in der Ukraine mit den diversen Bauarbeiten weit zurück. So ist seit langem das Gerücht in Umlauf, das es bei der Spielort-Vergabe seitens der UEFA zu einem Ungleichgewicht anstatt einer vier zu vier Verteilung kommen wird. Die endgültige Entscheidung darüber soll noch heute im Laufe des Tages fallen. (Ende)


