Berlin (pte/15.02.2010/06:10) - Obwohl die Energiepreise weiter steigen, zögern Eigenheim-Besitzer vor der energetischen Sanierung ihres Hauses und wissen wenig über ihren Nutzen Bescheid. Zu diesem Schluss kommen Forscher vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung http://www.ioew.de in einer Befragung, die sich den Motiven für und gegen eine Sanierung widmete. "Bloß weil Hausbesitzer wenig über das Thema Bescheid wissen, liegt viel Energiespar-Potenzial brach. Das belastet das Klima und treibt die Kosten für Energie in die Höhe", berichtet Studienautor Immanuel Stieß im pressetext-Interview.
Obwohl die Energiepreise weiter steigen, zögern Eigenheim-Besitzer vor der energetischen Sanierung ihres Hauses und wissen wenig über ihren Nutzen Bescheid. Zu diesem Schluss kommen Forscher vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung http://www.ioew.de in einer Befragung, die sich den Motiven für und gegen eine Sanierung widmete. "Bloß weil Hausbesitzer wenig über das Thema Bescheid wissen, liegt viel Energiespar-Potenzial brach. Das belastet das Klima und treibt die Kosten für Energie in die Höhe", berichtet Studienautor Immanuel Stieß im pressetext-Interview.
Die Wissenschaftler befragten 1.000 Hausbesitzer, die in den vergangenen vier Jahren Ein- oder Zweifamilienhäuser saniert haben. Es zeigte sich, dass finanzielle Förderungen etwa im Rahmen von Gebäudesanierungsprogrammen alleine nicht ausreichen, um zur Sanierung zu bewegen. "Viele bleiben untätig, da sie die Komplexität des Themas abschreckt. Viele würden kompetente Berater begrüßen, die vom Erstgespräch bis hin zur Investitionsentscheidung begleiten. Maßgeschneiderte Angebote sind jedoch kaum bekannt", so der Forscher.
Jeder Zweite ansprechbar
Die grundsätzliche Einstellung gegenüber Sanierung ist sehr unterschiedlich. "Hausbesitzer vom Typ Energiesparer kennen sich gut in der Materie aus, informieren sich laufend, konsultieren Berater oder Verbraucherzentralen und handeln auch danach. Andere sind grundsätzlich für das Thema offen, zeigen jedoch zugleich Unsicherheit und Skepsis und warten darauf, überzeugt zu werden." Etwa die Hälfte der Hausbesitzer sei kaum für energetische Sanierung ansprechbar, wozu Stieß die Pragmatiker zählt oder jene, denen Haussanierung grundsätzlich keine Überlegung wert ist, etwa weil sie keinen persönlichen Bedarf sehen.
Die fleißigsten Sanierer kommen aus der Altersgruppe zwischen 50 und 70 Jahren. "Das geht nicht unbedingt darauf zurück, dass Jüngere eher in Neubauten wohnen, da heute viel weniger gebaut wird als früher und Hausübernahmen zur Regel geworden sind." Mögliche Erklärungen für die Sanierungsscheu der Jüngeren könnten andere Lebensprioritäten oder finanzielle Belastungen etwa bei der Familiengründung bieten. "Dabei ist der Zeitpunkt einer Hausübernahme optimal für eine Sanierung und sollte genützt werden, von Privaten ebenso wie von Maklern", so Stieß.
Neue Finanzierungsmodelle fällig
Überraschend war für den Experten die Erkenntnis, wie sehr die allgemeine Einstellung zur Kreditfinanzierung die Bereitschaft zur Sanierung bestimmt. "Manche Eigenheim-Besitzer haben nichts dagegen, einen 50.000 Euro-Kredit aufzunehmen, den eine Rundum-Modernisierung schon einmal erfordern kann. Andere wehren sich strikt dagegen und warten lieber, bis der benötigte Betrag angespart ist", berichtet Stieß. Das sei ein Hinweis dafür, dass Sanierung durch neue Finanzierungsmodelle gefördert werden sollte. Sinnvoll wären auch subventionierte Beratungsangebote oder die Qualifizierung der Handwerker als wichtige Ansprechpartner.
Energieverbrauch als Richtwert
Ob Sanierung im Einzelfall sinnvoll ist, zeigen mehrere Hinweise. "Rechnet man den jährlichen Energieverbrauch pro Grundflächeneinheit um, erhält man einen Energiebedarfs-Kennwert, der eine erste Einschätzung ermöglicht", so Stieß. Tendenziell eher betroffen seien in Deutschland Häuser, die vor dem Erlass der Wärmeschutz-Verordnung 1978 errichtet wurden, wenngleich auch spätere Errichtungen in Sachen Fassaden-, Keller- oder Dachdämmung oft nicht dem Gesetz entsprechen würden. "Den Bedarf merkt man jedoch auch schon dadurch, dass es im Winter an manchen Stellen kalt hereinzieht."
Mehr Informationen und Download der Studie unter: http://www.enef-haus.de
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