Wien (pte/09.04.2010/13:55) - Allergiker gelangen auf der Suche nach der Behandlung ihres Leidens immer häufiger zur Homöopathie. Das betont die österreichische Gesellschaft für homöopathische Medizin http://www.homoeopathie.at heute, Freitag, in einem Pressegespräch. "Menschen mit Allergien kommen besonders dann zum Homöopathen, wenn die Schulmedizin keine befriedigende Ergebnisse bringt, indem sie etwa nur kurzfristig wirkt oder weitere Belastungen verursacht", erklärt Katrin Strauch, Allgemeinmedizinerin und Homöopathin, im Gespräch mit pressetext.
Die Zahl der Menschen, die an Allergien leiden, hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Jeder fünfte ist betroffen, Frauen häufiger als Männer und immer öfter auch Kinder. Entsprechend steigen die Vorkommnisse von Heuschnupfen, juckenden Hautausschlägen bis hin zu asthmatischen Anfällen, was die Lebensqualität erheblich mindert. Mehrere Ansätze der Komplementärmedizin haben sich bisher als Ergänzung der Schulmedizin bei Prävention und Linderung der Symptome bewährt (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090415031/ ), unter anderem die Homöopathie.
Symptom- versus Konstitutionsbehandlung
Doch selbst in der Homöopathie gibt es hier zwei Zugänge. Einer ist die Akutbehandlung vorhandener Symptome etwa der Atemwege, Augen, Haut oder des Magen-Darm-Traktes. Je nach Beschwerdeform werden hier vor allem Euphrasia (Augentrost), Allium Cepa (Zwiebel), Sabadilla (Läusekraut) oder Wyethia (kalifornische Kompasspflanze) verwendet. Unspezifisch, jedoch für ein breites Symptomspektrum wirken Komplexmittel. "Dabei handelt es sich um Nasensprays, Tropfen, Salben oder Tabletten, die mehrere homöopathische Arzneien mischen. Der Patient setzt sie je nach Bedarf selbst ein", erklärt Pharmazeutin Sabine Lexer, Leiterin der Wiener St. Anna-Apotheke.
Langfristig zielführender ist für die Homöopathin Strauch jedoch die konstitutionelle Behandlung. "Homöopath und Patient führen dazu ein ausführliches Anamnesegespräch, bei dem die Person des Patienten im Zentrum steht. Dazu zählen neben körperlichen Erscheinungen auch etwa Stimmungslage, Charakter, Vorlieben und Reaktionen. Diese Angaben werden hierarchisiert und man sucht nach gewissen Prinzipien wie etwa nach dem der Ähnlichkeit ein individuell abgestimmtes Grundmedikament." Sei diese Suche erfolgreich, könnten in Folge Allergieneigungen mitunter auch ganz verschwinden.
Schulmedizin bleibt weiter gültig
Außer Acht dürften homöopathische Ärzte die Schulmedizin jedoch "auf keinen Fall" lassen, betont Strauch. So sei die Abklärung der Lokalsymptome Bestandteil der Diagnose, wozu bei Bedarf auch ein Allergietest, das Abhören oder die Anordnung von Inspektionsbefunden wie Blutbild, CT oder Ultraschall dazugehören würden. Für die Suche nach dem Konstitutionsmittel hätten diese Information jedoch untergeordnete Bedeutung, da der Fokus nicht bei der Diagnose selbst liegt. "Bei der homöopathischen Behandlung kommt es daher nicht auf die Pollenart selbst an", so die Ärztin.
Wichtig seien außerdem auch weiter die schulmedizinischen Akutmedikamente wie Cortison oder Antibiotika. "Sie können lebensrettend sein und gehören daher zum ärztlichen Repertoire. Auf Dauer kann der Einsatz aber Probleme verursachen und etwa Folgewirkungen wie Pilzinfektionen begünstigen, die wiederum weitere Medikamente erfordern und die natürliche Bakterienflora aus dem Gleichgewicht bringen", so die Wiener Homöopathin gegenüber pressetext.
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