Mannheim (pte/09.04.2010/15:55) - Übergewicht kann unter ganz speziellen Umständen auch ein Vorteil sein. Bei älteren Herzpatienten, die mit Katheter behandelt werden, verlängert es die Lebenszeit. Das berichten Kardiologen der Universitäten Halle-Wittenberg http://www.medizin.uni-halle.de und Stanford auf der Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) http://www.dgk.org in Mannheim.
Dicke Senioren mit Katheter leben länger
Die Forscher werteten Daten von 1.800 Patienten aus, deren Verlauf rund 137 Wochen nach einer Stent-Implantation beobachtet wurde. 18,2 Prozent der Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) jenseits 25 starben in diesem Zeitraum, bei Normalgewichtigen waren es 24,1 Prozent. Die gesonderte Auswertung des Alters zeigte allerdings, dass dieser Effekt nur für Menschen über 65 Jahren gilt. "Trotzdem gilt Übergewicht mit seinen Folgen wie hoher Blutzucker, Blutdruck und ungünstige Blutfettwerte weiter als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen", warnt DGK-Sprecher Eckart Fleck.
Eine bessere Maßnahme, um dem vorzeitige Ende der Herzfunktion zu verhindern, dürfte allerdings die verbesserte Erstdiagnostik beim Hausarzt sein. "Je eher eine Herzschwäche oder Pumpstörung entdeckt und nach Leitlinien behandelt wird, umso wirkungsvoller lässt sich verhindern, dass sich das Krankheitsbild verschlechtert und die Lebenserwartung verkürzt", erklärt Christiane Angermann von der Universitätsklinik Würzburg http://www.uk-wuerzburg.de .
Hausarzt kann Herzproblem erkennen
Angermann betont auf der DGK-Tagung, dass ein Schnelltest des Biomarkers BNP und Herz-Ultraschall (Echokardiografie) dank kleinerer und relativ preiswerter Geräte nun auch beim Hausarzt erfolgen kann. Diese Untersuchung erlaube eine genauere Diagnostik von Herzinsuffizienz und zudem eine aussagekräftige Prognose. "Hausärzte sind oft der erste Kontakt von Patienten und können im Verdachtsfall an den richtigen Spezialisten weiterleiten", so die Würzburger Kardiologin.
Drei Mio. Menschen leiden allein in Deutschland an Herzinsuffizienz. Bei ebenso vielen ist die Pumpleistung des Herzmuskels gestört, doch wissen sie aufgrund der Beschwerdefreiheit oft nicht einmal von ihrer Herzkrankheit. Zu den typischen Vorzeichen für eine Herzinsuffizienz gehören geschwollene Beine, Atemnot, Herzklopfen, schnelle Erschöpfung bei körperlicher Belastung und häufiger nächtlicher Harndrang. Diese Symptome können jedoch auch auf ein Lungenleiden oder auf Krampfadern deuten, weshalb die frühe ärztliche Abklärung wichtig ist.
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