Essen (pte/08.03.2010/13:55) - Die Patienten-Aufklärung im Bereich von Migräne muss einfacher zugänglich sein. "Patienten müssen genau nachvollziehen können, dass Behandlungsverfahren zur Verfügung stehen und welche Konsequenzen damit einhergehen, um so noch besser in ihre Eigenbehandlung eingebunden zu sein", fordert Hans-Christoph Diener vom Universitätsklinikum Essen http://www.uniklinikum-essen.de unter anderem in einem Fünf-Punkte-Plan, der gemeinsam mit zwanzig Neurologen und Allgemeinmedizinern aus zehn europäischen Ländern sowie aus Kanada bei der Migräne-Konferenz "Heads Up" im Dezember vereinbart wurde.
"Die Betreuung von Migräne-Patienten in Europa hinkt der bisherigen Zielsetzung hinterher", so Diener. Verbesserungen bei der Migräne-Behandlung müssen durch eine engere Zusammenarbeit zwischen den Angehörigen der Gesundheitsberufe umgesetzt werden. Trotz Fortschritten bei der Medikation im Verlauf des letzten Jahrzehnts haben Migräne-Patienten nach wie vor mit Schwierigkeiten in puncto Behandlungsfehler, Unzufriedenheit mit der Behandlung, Therapie-Befolgung, Medikamentenübergebrauch und -untergebrauch zu kämpfen.
Anteil der Allgemeinmediziner erhöhen
Die Initiative "Heads Up" folgt auf die Erklärung von Rom aus dem Jahre 2005 zum Thema Migräne und wird von Diener in Deutschland geleitet. Der Publikation der Erklärung von Rom zufolge sollten mehr Patienten als bislang eine fachärztliche Behandlung erhalten. Zudem soll darauf abgezielt werden, den Anteil der von Allgemeinmedizinern behandelten Migräne-Patienten innerhalb von fünf Jahren von 30 auf 50 Prozent zu erhöhen.
"Wir können bereits jetzt absehen, dass dieses Ziel trotz einiger Verbesserungen noch nicht erreicht ist", so Diener. Die Konferenzteilnehmer werden sich künftig dieser festgelegten Bereiche in ihrem jeweiligen Herkunftsland annehmen. Beschlossen wurden eine im Idealfall multidisziplinäre Kopfschmerzbehandlung, die verbesserte Ausbildung der Mitarbeiter in Gesundheitsberufen, eine leichter zugängliche Patienten-Aufklärung, eine bessere Kommunikation zwischen Arzt und Patienten sowie zwischen den Ärzten.
Einschlägig geschultes Kopfschmerz-Team
Demnach sollte das multidisziplinäre Kopfschmerz-Team aus einschlägig geschulten Mitgliedern mit einem breit gefächerten Kompetenzen-Mix bestehen. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Therapieplan auch befolgt wird und dass die Patienten ihre Erkrankung vermehrt selbst in die Hand nehmen können.
"Dank der Erzielung eines klaren Konsenses auf der Migräne-Konferenz 'Heads Up' in unseren wichtigen Schwerpunktbereichen sind wir hochmotiviert, nun die speziellen Aktivitäten in unseren jeweiligen Ursprungsländern anzugehen. So können wir in Sachen Patientengesundheit rasch etwas bewegen. Wir beabsichtigen, unsere Fortschritte in den kommenden zwölf Monaten zu prüfen und in einen Bericht einfließen zu lassen", resümiert Diener.
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