Wien (pte/25.11.2009/12:10) - Bestechung ist das negativste Ereignis, das einem gesponserten Sportler widerfahren kann. Zu diesem Schluss kommen Julian Reitter und Reinhard Grohs von der Universität Innsbruck http://www.uibk.ac.at/smt/marketing/ , die in einer Umfrage die Negativität von Ereignissen untersucht haben. Auf einer siebenstufigen Skala, wobei hohe Werte eine größere Negativität ausdrücken, bekam Bestechung mit 6,1 Punkten (Mittelwert) die schlechteste Wertung, gefolgt von Autounfall mit tödlichem Ausgang (5,2) und Dopingvergehen (5,1). Als weniger problematisch werden zum Beispiel Scheidung (1,9), Sportverletzung (3,0) und wirtschaftliche Schwierigkeiten (3,1) gesehen.
Interessant ist, dass bei manchen Ereignissen die von den Respondenten wahrgenommene Schuldhaftigkeit bzw. Umstände bei der Beurteilung des negativen Events eine große Rolle spielen, beispielsweise bei Autounfall, AIDS-Infektion, Schlägerei oder Privatkonkurs, bei Bestechung hingegen die Konsumenten kein Verständnis unabhängig von den Gründen haben. "Die Schuldhaftigkeit ist interessant, weil sie den sponsernden Unternehmen Ansatzpunkte für die Kommunikation liefert, so hätte sich beispielsweise bei Markus Rogan durch ein besseres Handling der Situation die öffentliche Meinung deutlich positiver beeinflussen lassen", meint Grohs im Interview mit pressetext.
Erste Sponsoren drohen mit Rückzug
Erste Sponsoren wie Adidas haben bereits angekündigt, sich von Sponsorings zurückzuziehen, falls von ihr ausgerüstete Sportler oder Mannschaften in den Fußball-Wettskandal verwickelt seien. Der Sportartikelhersteller könne seine Verträge bei kriminellen Vergehen fristlos kündigen und habe dies in der Vergangenheit bereits bei Doping-Fällen getan, sagte der Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer der "Süddeutschen Zeitung" in einem Interview.
"Natürlich werden sich die Sponsoren dort zurückziehen, wo konkrete Verdachtsmomente gegen eine Einzelperson oder einen Verein vorliegen. Es wird aber zu keinen Sponsorausstiegen aus Vereinen kommen, wo einzelne Spieler bestochen worden sind. Da sind die Risiken, dass Fans und Öffentlichkeit aufschreien, weil Unschuldige zum Handkuss kommen, größer als die Gefahren von negativen Auswirkungen des Bestechungsskandals auf den Sponsor", meint Grohs abschließend. (Ende)